Elektroauto-Versicherung: Was kostet sie und worauf kommt es an?
E-Autos sind oft günstiger zu versichern als vergleichbare Benziner. Wichtig ist aber der richtige Schutz für Akku, Ladekabel und Wallbox.
Aktualisiert am 12 Min. Lesezeit5 Quellen
Kurz gesagt
- Die Haftpflicht startet bei rund 119 € im Jahr, Vollkasko liegt meist bei 500–1.500 €.
- Laut GDV verursachen E-Autos in der Haftpflicht 10–15 % weniger Schäden als Verbrenner.
- Achten Sie auf Akku-Schutz, Tierbiss-Folgeschäden und Überspannung beim Laden.
- Ihren Schadenfreiheitsrabatt nehmen Sie beim Umstieg komplett mit.

Inhalt dieses Artikels
Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko
Für E-Autos gelten dieselben Grundlagen wie für Verbrenner. Die Kfz-Haftpflicht ist Pflicht – ohne sie dürfen Sie nicht fahren. Teil- und Vollkasko sind freiwillig, bei E-Autos aber besonders empfehlenswert.
| Versicherung | Was sie abdeckt | Bei E-Autos wichtig |
|---|---|---|
| Kfz-Haftpflicht (Pflicht) | Schäden, die Sie anderen zufügen. Bis 100 Mio. € Sach- und Vermögensschäden, bis 15 Mio. € pro verletzter Person. | Keine Unterschiede zum Verbrenner |
| Teilkasko (freiwillig) | Diebstahl, Brand, Glasbruch, Wildunfall, Sturm, Hagel | Überspannung beim Laden und Tierbiss-Folgeschäden am Akku mitversichern |
| Vollkasko (freiwillig) | Alles aus der Teilkasko plus selbst verschuldete Unfälle, Vandalismus, Fahrerflucht | Für neue E-Autos empfohlen – schützt auch den teuren Akku |
Bei Neuwagen und Gebrauchten unter 5 Jahren lohnt sich die Vollkasko fast immer. Durch den Schadenfreiheitsrabatt kann sie sogar günstiger sein als die Teilkasko.
Die wichtigsten Leistungen für E-Autos
Gute E-Auto-Tarife schützen Akku, Ladetechnik und Elektronik besonders. Darauf sollten Sie achten:
Akku-Schutz
Der Akku ist das teuerste Bauteil. Eine Allgefahrendeckung schützt bei Kurzschluss, Überspannung, Bedienfehler und Tierbiss. Achten Sie auf unbegrenzte Entschädigungssummen.
Überspannungsschäden
Blitzeinschlag oder Spannungsschwankungen beim Laden können teure Schäden verursachen. Der Tarif sollte direkte und indirekte Überspannungsschäden abdecken.
Tierbiss-Folgeschäden
Marder beißen Kabel an – bei E-Autos kann das den Akku beschädigen. Empfehlenswert sind mindestens 20.000 € Deckung für Folgeschäden.
Ladekabel und Wallbox
Mobile Ladekabel und die Wallbox sollten gegen Diebstahl, Brand und Beschädigung versichert sein. Manche Tarife bieten bis zu 5.000 € Schutz für Ladetechnik.
- Allgefahrendeckung für den Akku
- Tierbiss-Folgeschäden (mindestens 20.000 €)
- Überspannungsschäden beim Laden
- Schutz für Ladekabel und Wallbox
- Kurzschluss-Folgeschäden
- Neupreisentschädigung für den Akku
- Entsorgungskosten für den Akku
- Pannenhilfe bei leerem Akku
Eine fest mit dem Haus verbundene Wallbox ist oft schon über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Prüfen Sie das, bevor Sie eine zusätzliche Police abschließen.
Was kostet die Versicherung?
Die Kosten hängen von Modell, Typklasse, Regionalklasse, Schadenfreiheitsrabatt und Tarif ab. Grundsätzlich gilt: E-Autos sind nicht teurer zu versichern als vergleichbare Verbrenner – oft sogar günstiger.
Beispiele nach Modell (Vollkasko)
| Modell | Jahresbeitrag | Im Vergleich zum Verbrenner |
|---|---|---|
| Renault Zoe / Fiat 500e | 400–700 € | ähnlich |
| VW ID.3 | 600–900 € | 8 % günstiger |
| Audi Q4 e-tron | 700–1.100 € | 25 % günstiger |
| Tesla Model 3 | 800–1.200 € | ähnlich |
| Tesla Model S / BMW iX | 1.000–1.500 € | ähnlich |
Beispielwerte bei SF 10–15, private Nutzung, Garage, 12.000 km/Jahr. Tatsächliche Preise variieren.
Laut Verivox sind die Vollkasko-Beiträge für E-Autos 2025 im Schnitt um 30 % gestiegen (Verbrenner: 25 %). Gründe sind höhere Reparaturkosten und genauere Schadendaten. Ein Vergleich lohnt sich deshalb besonders.
E-Auto oder Verbrenner: wer ist günstiger?
Die klare Antwort: E-Autos sind nicht per se teurer. Der GDV hat 18 Modellpaare verglichen (E-Auto gegen Verbrenner-Zwilling):
- E-Autos verursachen in der Haftpflicht 10–15 % weniger oder weniger teure Schäden.
- Beim VW Golf, Hyundai Kona und Smart sind die Elektro-Varianten günstiger eingestuft.
- Eine erhöhte Brandgefahr bei E-Autos wurde nicht nachgewiesen.
Aber: Bei Kaskoschäden kostet die Reparatur eines E-Autos laut GDV im Schnitt 25 % mehr – wegen teurer Akkus, spezialisierter Werkstätten und geschulten Personals. Das schlägt sich in der Vollkasko nieder.
Unterm Strich sparen E-Auto-Fahrer bei 17 von 29 verglichenen Modellen. Der Audi Q4 e-tron ist zum Beispiel 25 % günstiger zu versichern als der Audi Q5 mit Verbrenner. Auch Mini Cooper SE und VW ID.3 sind günstiger als ihre Benziner-Pendants.
6 Spartipps
Mit diesen Tipps sparen Sie oft mehrere hundert Euro im Jahr:
- Doppelt vergleichen: erst Verivox oder Check24, dann zusätzlich HUK24. Zwischen dem günstigsten und dem drittgünstigsten Angebot liegen oft über 100 €.
- Jährlich zahlen: Monatliche Zahlung kostet im Schnitt fast 10 % mehr.
- Selbstbeteiligung vereinbaren: 150 € bei Teilkasko und 500 € bei Vollkasko senken den Beitrag im Schnitt um 44 %.
- Fahrerkreis einschränken: Ohne Fahranfänger ist der Beitrag im Schnitt 54 % niedriger.
- Schadenfreiheitsklasse mitnehmen: Beim Umstieg vom Verbrenner übernehmen Sie sie vollständig.
- Telematik-Tarife prüfen: Manche Versicherer geben bis zu 30 % Rabatt für vorsichtiges Fahren, gemessen per App.
Steigt Ihr Beitrag, weil sich die Typklasse ändert, dürfen Sie außerordentlich kündigen – eine gute Gelegenheit zum Wechsel.
Typklassen bei E-Autos
Die Typklasse ist einer der wichtigsten Faktoren für den Beitrag. Der GDV berechnet sie jährlich neu aus den Schadenbilanzen. Viele E-Autos sind günstiger eingestuft als ihre Verbrenner-Geschwister.
| Modell | Änderung 2025/2026 |
|---|---|
| VW ID.4 Pure | günstiger: Haftpflicht 16 → 14, Vollkasko 21 → 20 |
| Toyota Yaris Cross Hybrid | teurer: Haftpflicht 15 → 16, Vollkasko 18 → 20 |
| Audi Q4 e-tron, Mini Cooper SE | günstiger als die Verbrenner-Pendants |
Ihre aktuelle Typklasse finden Sie im Typklassenverzeichnis des GDV auf gdv.de – mit HSN und TSN aus dem Fahrzeugschein.
Den richtigen Anbieter finden
Immer mehr Versicherer bieten eigene E-Auto-Tarife. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die E-Auto-Leistungen.
| Anbieter | E-Auto-Angebot |
|---|---|
| Allianz | Komfort und Premium mit Allgefahrendeckung |
| HUK-COBURG | Kasko PLUS für E-Autos |
| ADAC | Bis 15 % Rabatt für Mitglieder |
| VW Autoversicherung | Speziell für die ID.-Familie |
Bei manchen Anbietern ist die Deckung für Tierbiss-Folgeschäden auf wenige tausend Euro begrenzt. Bei teuren Akkuschäden reicht das nicht. Mindestens 20.000 € sollten es sein, besser unbegrenzt.
Fazit
Eine E-Auto-Versicherung muss nicht teuer sein. E-Autos sind oft günstiger zu versichern als vergleichbare Verbrenner, weil sie in der Haftpflicht bessere Schadenbilanzen haben. Die Haftpflicht gibt es ab 119 € im Jahr.
Entscheidend ist der richtige Schutz: Allgefahrendeckung für den Akku, mindestens 20.000 € für Tierbiss-Folgeschäden und Schutz vor Überspannung beim Laden. Bei Neuwagen empfiehlt sich eine Vollkasko mit E-Auto-Leistungen.
Unser Tipp: Doppelt vergleichen – erst Verivox oder Check24, dann HUK24. Wie die Versicherung in Ihre Gesamtkosten passt, zeigt der Kostenrechner.
Häufige Fragen
Ist ein Elektroauto teurer zu versichern?
Nicht per se. Laut GDV verursachen E-Autos in der Haftpflicht 10–15 % weniger oder weniger teure Schäden als ihre Verbrenner-Zwillinge. Bei Kaskoschäden sind Reparaturen aber im Schnitt rund 25 % teurer.
Was kostet eine E-Auto-Versicherung im Jahr?
Die Haftpflicht gibt es ab etwa 119 € im Jahr. Teilkasko liegt grob bei 200–500 €, Vollkasko je nach Modell bei 500–1.500 € im Jahr.
Ist der Akku automatisch mitversichert?
Nicht immer umfassend. Achten Sie auf eine Allgefahrendeckung für den Akku, Überspannungsschäden beim Laden und Tierbiss-Folgeschäden mit mindestens 20.000 € Deckung.
Kann ich meinen Schadenfreiheitsrabatt mitnehmen?
Ja. Beim Umstieg vom Verbrenner aufs E-Auto übernehmen Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse vollständig.
Quellen
- GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft): Typklassenstatistik 2025/2026 (Stand: September 2025)
- Verivox: Kfz-Versicherungsindex für Elektroautos (Stand: Dezember 2025)
- Finanztip: Ratgeber E-Autoversicherung (Stand: September 2025)
- ADAC: Kfz-Versicherung für Elektroautos – Tipps und Empfehlungen (Stand: Dezember 2024)
- Allianz, HUK-COBURG, ADAC Autoversicherung: Produktinformationen E-Auto-Tarife (Stand: Dezember 2025)
Alle Angaben ohne Gewähr. Beiträge sind Richtwerte und hängen stark von Typklasse, Regionalklasse, Schadenfreiheitsklasse und Tarif ab. Verbindliche Angebote erhalten Sie bei den Versicherern oder über Vergleichsportale.


